Zusätzliche Informationen

Die deutschen Projektpartner vermitteln einen Einblick, wie Lernen im Prozess der Arbeit und die duale Ausbildung bei deutschen Schuhherstellern umgesetzt wird. Ähnliches gilt auch für die spanischen Partner, wo bereits erste Ansätze dualer Strukturen existieren. Jedoch besteht das Ziel nicht darin, einen Export anzustreben; Schritte zur Beteiligung von Unternehmen in der Beruflichen Bildung müssen in jedem Land an die bestehenden Strukturen und Anforderungen angepasst werden.

Im Vorfeld wird ein Curriculum für die Pilotphase entwickelt und mit wechselnden VET Schulphasen abgeglichen. Es ist dabei wichtig, alle potenziellen Partner über Auszubildende, Unternehmen und Berufsschulen hinaus zu involvieren: auch die Gewerkschaften, Handelskammern und politische Entscheider müssen eng eingebunden bleiben und über geplante und ausgeführte Projektphasen informiert werden.

Bevor die Pilotphase beginnt, werden die Tutoren auf ihre neue Rolle vorbereitet. ICSAS wird daher entsprechende Schulungsmaterialien zur Vorbereitung der Tutoren entwickeln. Diese Materialien basieren auf konkreten Arbeitsplatzanalysen, die den Rahmen dessen bilden, was beim Lernen im Prozess der Arbeit vermittelt und was an jedem einzelnen Arbeitsplatz manuell geübt werden soll. Das didaktische Material wird durch didaktische und pädagogische Aspekte abgerundet.

Selbst in Deutschland, wo die Berufsausbildung zum Schuhfertiger schon seit Jahrzehnten eingeführt wurde, gibt es kein öffentlich zugängliches branchenspezifisches Tutoren Schulungsmaterial in diesem Bereich. Die Tatsache, dass eines der ICSAS Ergebnisse diese Lücke schließen wird, kann als Innovation betrachtet werden.

Mit der zunehmenden Beliebtheit von kooperatives Lernen am Arbeitsplatz suchen viele Unternehmen nach Methoden, die es ermöglichen, mit erfahrenen älteren Mitarbeitern zusammenzuarbeiten und den Auszubildenden einen praktischen Ansatz zu geben.

Kooperatives Lernen ist extrem hilfreich, da es die Erfahrungen früherer Mitarbeiter nutzt um neue Auszubildende bei verschiedenen Herausforderungen zu unterstützen. Mit anderen Worten ist Lernen im Prozess der Arbeit eine Form von Wissensmanagement innerhalb eines Unternehmens und sollte daher nach bestimmten Standards vermittelt werden. ICSAS wird hierbei helfen, indem es die Rolle der Tutoren akzentuiert. Die positiven Auswirkungen, die das Projektkonsortium erreichen will, sind vielfältig: die Verbesserung der Ausbildungsnachhaltigkeit, der Qualität des Produkts- und der Arbeitskräfte, die Förderung der persönlichen Entwicklung des Individuums, die Verbesserung der Anerkennung von VET Qualifikationen in diesem Sektor in Europa und letztendlich die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Schuhindustrie.

Zusätzlich wird das Projekt einen Sektor-Qualifikationsrahmen (SQR) für die industrielle Schuhproduktion liefern, einschließlich der Referenzierung bestehender nationaler Qualifikationen aus Deutschland, Portugal, Spanien und Rumänien. Die Entwicklung des Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) sowie der nationalen Qualifikationsrahmen (NQF) kann als ein wichtiger Schritt hin zu einer verbesserten Transparenz und Anerkennung sowie als eine als Blaupause für konkrete Anwendungen für Qualifikationen, Branchen und Unternehmen gesehen werden.

Aufgrund der (inhärenten) Breite und Offenheit von EQR / NQR erhöht die Anpassung an einen ausgewählten Sektor die Nutzerfreundlichkeit; die Anpassung von Deskriptoren an branchenspezifische Fähigkeiten bietet innovative Möglichkeiten sowohl für einzelne Zertifikatsinhaber als auch für Unternehmen, die nach neuen Mitarbeitern suchen.

Bis jetzt existiert kein solcher SQR für den Schuhsektor, die erwartete Auswirkung ist eine verbesserte Vergleichbarkeit der Qualifikationen aus den beteiligten Ländern. Ein SQF besitzt zudem ein hohes Transferpotenzial; einmal entwickelt, können Qualifikationen aus weiteren Ländern auch leicht referenziert werden.